Foto von Peter Sieling

Ich habe bereits davon berichtet, dass im Februar diesen Jahres bei meiner Stute Charlotte Arthrose in beiden Sprunggelenken diagnostiziert wurde. Im vergangenen Winter hatte sie wiederholt und mit wechselnder Stärke hinten links gelahmt.

Mit diesem Artikel möchte ich euch von meinen Erfahrungen mit dieser Erkrankung berichten.

Bis zur Weidesaison stand Charlotte nachts in der Box und tagsüber auf einem Paddock. Zur Behandlung erhielt sie eine tägliche Ration von ca. 20 Gramm Teufelskralle. Nachts habe ich ihr Sprunggelenkschoner von Back on Track. In diesen Sprunggelenkschonern ist Keramikpulver verarbeitet. Dies reflektiert die eigene Körperwärme und wirkt dadurch wie Infrarotlicht. Außerdem hat sie jetzt hinten einen Beschlag mit extra aufgesetztem Steg. Dadurch wird ihr Bein steiler aufgestellt und das Gelenk entlastet. Da viel Bewegung vor allem bei Arthrose wichtig ist, wird sie mindestens vier mal die Woche bewegt.

Insgesamt hat sich eine deutliche Besserung eingestellt. Jedoch kann dies auch an den wärmeren Temperaturen liegen. Richtung Sommer hin hat die Lahmheit immer mehr abgenommen. Nun achte ich sorgfältiger als vorher darauf, erst 15-20 Minuten Schritt zu reiten, bevor schnellere Gangarten angeschlagen werden.

Den ganzen Sommer über hatten wir eine tolle Zeit! Wir haben viele Ausritte gemacht und sind dabei im Schritt, Trab und Galopp unterwegs gewesen. Da ich jedoch nicht immer nur ausreiten möchte, habe ich eine spezielle Unterrichtsstunde bei meiner Reitlehrerin und Osteopathin genommen. Ich wollte abklären, welche Dinge ich mit ihr üben kann, um uns auch auf dem Platz zu fordern, ohne ihr zu schaden. Das grundlegende Gerüst ist folgendes:

Enge Wendungen sind vor allem im Trab zu vermeiden, jedoch kann ich mit ihr durchaus im Schritt und Trab auf dem Zirkel reiten. Zur Gymnastizierung und Stärkung der Bauchmuskeln können wir Schenkelweichen trainieren. Dabei kommt die Bewegung nämlich aus der Hüfte und die Sprunggelenke werden kaum in Anspruch genommen. Dies stärkt vor allem die Bauchmuskeln und ist somit eine gute Übung zur Kräftigung des Körpers.

Vermeiden sollten wir alles, was die Hinterhand stärker belastet, z.B. zu viel und/oder zu schnelles Anhalten und Rückwärtsrichten. Vor allem ist es jetzt wichtig, sie „tiefer einzustellen“, sie soll also eine tiefere, gerade Kopfhaltung haben. Dadurch werden Rücken- und Bauchmuskeln gestärkt und der ganze Körper erhält mehr Festigkeit. Durch diese Reitweise werden zwar die Vorderbeine stärker belastet als die Hinterbeine, jedoch ist das bei ihr kein Problem, da sie eine gute Vorhand hat und auch keine Probleme mit ihren Hufen. Das ist natürlich kein Patentrezept. Vor allem für Pferde mit Hufrolle wäre diese Reitweise sehr schädlich! Das gebe ich nur zu bedenken.

Das ganze Jahr über erhält Charlotte nun den Entlastungsbeschlag. Die Gamaschen von Back on Track habe ich ab Juni ganz weggelassen und die Ration von Teufelskralle auf ca. 10 Gramm täglich reduziert. Den Sommer über war sie beschwerdefrei. Nun werden die Nächte langsam kälter. Das merke ich Charlotte an, da sie zu Beginn etwas steifer ist. Deshalb habe ich die Teufelskralle Ration auf ca. 15 Gramm erhöht. Desweiteren habe ich die Haltungsbedingungen überdacht. Für die arthritischen Gelenke ist es bestimmt schlecht, wenn sie im Winter wieder nachts in der Box stehen muss. Passend zu unserer Situation wird auf unserem Hof gerade ein Bewegungsstall gebaut (Demnächst kommt ein Artikel von mir zu dieser Haltungsform). Deshalb wird Charlotte demnächst umziehen. Zum Glück kommt Jimmy, das Pferd meiner Schwester, auch mit. Dann hat sie wenigstens schon einen Freund und Verbündeten in der neuen Herde. Ich hoffe, dass wir durch die dauernd gewährleistete Bewegung die Arthrose auch im Winter in den Griff bekommen. Ich werden weiter berichten.